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Wie infiziert ein Virus eine Datei...
Virentypen
Spezial-Ausdrücke
Trojaner
im Detail
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Wie infiziert ein Virus eine Datei... Die
größten Unterschiede bei der Infektion von Dateien liegen in der Art, wie ein
Virus sich in einem Programm festsetzt. Viele Viren hängen ihren eigenen
Programmcode an das Ende einer ausführbaren Datei und setzen am Anfang einen
Zeiger auf diesen Code. Wird das Programm gestartet, springt es vor der
Ausführung seiner eigentlichen Aufgaben zuerst auf das Virusprogramm. Ist dieses
ausgeführt, springt es wieder an die Stelle zurück, an der der Ablauf
ursprünglich unterbrochen wurde. Der Benutzer bemerkt allenfalls eine minimale
Veränderung an der Aufrufgeschwindigkeit. Jedesmal, wenn das Programm jetzt
aufgerufen wird, startet zuerst der Virus. Er sucht von diesem Moment an nach
nicht infizierten, ausführbaren Dateien, um sich auch an diese
heranzumachen. Die Infektion durch dieses Anhängen des Virencodes richtet
keinen bleibenden Schaden an der befallenen Datei an - diese Viren lassen sich
wieder entfernen. Manche Viren gehen allerdings viel radikaler vor und
überschreiben einfach so viel von der Datei, wie sie für ihren Programmcode
benötigen. Ist das Wirtsprogramm genauso groß oder größer als der Virus,
geschieht das relativ unauffällig. Ist der Virus größer als sein Wirt,
überschreibt er die Datei komplett und verlängert sie um den Platz, den er
darüber hinaus benötigt. Eine Sorte von Viren verschiebt den
Originalbootsektor, schreibt das eigene Ladeprogramm in den Bootstrap (eine
Routine, die das Bios auffordert, das Betriebssystem zu laden) und versteckt
sich dann selbst irgendwo auf dem Datenträger. Wird beim Rechnerstart auf den
Bootsektor zugegriffen, startet der Virus-Lader zuerst den Virus und leitet den
Zugriff danach auf den verpflanzten Original-Bootstrap um. Dadurch kann sich ein
Virus auch auf Disketten verbreiten, die nur Dateien und keine Programme
enthalten, da auch nicht-bootfähige Disketten einen minimalen Bootsektor haben.
Wird bei einem Bootversuch kein Betriebssystem gefunden, gibt das Ladeprogramm
lediglich die Meldung am Bildschirm aus: "keine Systemdiskette...". Eine solche
Diskette kann einen Virus dann als Krücke zum Starten verwenden. Andere Viren
überschreiben die in der FAT enthaltenen Informationen über ein Verzeichnis und
geben bei jedem Programm als Adresse die des Virusprogramms an. Die
Original-Adressen legt der Virus selbst in einer geordneten Liste ab. Wird nun
ein Programm aufgerufen, startet es zuerst den Virus. Dieser leitet den Zugriff
dann an die richtige Adresse weiter. Von jedem dieser Infektionswege gibt es
einige Varianten. Auch Kombinationen aus mehreren Methoden kommen häufig vor.
Deswegen lassen sich Viren auch zunehmend schwerer
klassifizieren.
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Bootsektorviren: Die am häufigsten
auftretenden Viren sind Bootsektorviren wie der Form- und der Stoned-Virus.
Solche Viren infizieren die Bootsektoren von Disketten oder den MBR (Master Boot
Record bzw. Master-Boot-Partitionssektor) oder den DBR (DOS Boot Record bzw.
DOS-Bootsektor) von Festplatten. Ein Bootsektorvirus vermehrt sich
folgendermaßen:
Eine Diskette mit Daten (vielleicht einigen
Textverarbeitungsdateien und einem Tabellenkalkulationsblatt) ist angekommen.
Die Daten sind Bestandteil eines Projekts, an dem Sie zusammen mit einem
Kollegen arbeiten. Ihr Kollege weiß jedoch nicht, dass sein Computer und damit
auch die Diskette, die er Ihnen zugeschickt hat, mit einem Bootsektorvirus
infiziert ist. Sie legen die Diskette in Laufwerk A: ein und beginnen, die
darauf enthaltenen Dateien zu verwenden. Bis jetzt hat der Virus noch gar nichts
gemacht. Bei Feierabend schalten Sie den Computer aus und gehen nach Hause. Am
nächsten Morgen betreten Sie Ihr Büro und schalten den Computer ein. Die
Diskette befindet sich noch in Laufwerk A:, also versucht der Computer, von
dieser Diskette zu starten. Er lädt den ersten Sektor der Diskette in den
Speicher, um den darin enthaltenen Code auszuführen (normalerweise handelt es
sich dabei um ein kleines Programm, das von Microsoft zum Laden von DOS
geschrieben wurde) oder um Ihnen mitzuteilen "Keine Systemdiskette, bitte
drücken Sie eine beliebige Taste, um fortzufahren", falls er keine
DOS-Systemdateien darauf finden kann. Diese Meldung haben Sie schon tausendmal
gesehen, also öffnen Sie die Laufwerksverriegelung und drücken eine
Taste.
Aber diese Diskette ist mit dem Stoned-Virus infiziert, und daher
wurde nicht das Programm von Microsoft, sondern der 1987 in Neuseeland
geschriebene (und deshalb manchmal auch als New Zealand-Virus bezeichnete)
Stoned-Virus ausgeführt. Der Virus installiert sich selbst auf der Festplatte,
ersetzt den MBR und kopiert den Original-MBR an eine andere Stelle der
Festplatte.
Wenn Sie von der Festplatte starten, wird der MBR ausgeführt,
der jetzt jedoch nichts anderes als der Stoned-Virus ist. Der Stoned-Virus wird
speicherresistent, fängt den Interrupt 13h (Lesen von/Schreiben auf Datenträger)
ab und lädt danach den Original-MBR, und von da ab wird der Startvorgang ganz
normal fortgesetzt. Da jedoch der Interrupt für das Lesen von/Schreiben auf
Diskette abgefangen wurde, wird bei jedem Schreib- oder Lesezugriff auf Laufwerk
A: (obwohl Sie denken, es handle sich um einen Lesezugriff, schreibt jedoch in
Wirklichkeit der Virus auf Diskette) die Diskette untersucht, und wenn sie noch
nicht infiziert ist, wird der Stoned-Virus im Bootsektor installiert. Somit
infiziert Ihr Computer jetzt jede Diskette, die in Laufwerk A: eingelegt wird,
und früher oder später wird eine dieser Disketten an einen Kollegen
weitergegeben, und der Kreislauf beginnt von vorne.
Im Detail
unterscheiden sich die verschiedenen Bootsektorviren in ihrer Arbeitsweise
voneinander, aber allen liegt dasselbe Prinzip zugrunde. Sie werden über die
Bootsektoren infizierter Disketten übertragen und können nur auf diesem Weg
weitergegeben werden (ein Bootsektorvirus kann sich beispielsweise nicht über
ein Netzwerk ausbreiten). Eine Infektion kann nur durch den Versuch, von einer
infizierten Diskette zu starten, stattfinden, selbst wenn dieser Versuch
erfolglos verläuft.
Bootsektorviren befallen PCs. Dabei spielt es
überhaupt keine Rolle, welches Betriebssystem verwendet wird oder welche
Schutzprogramme installiert sind, denn zu dem Zeitpunkt, zu dem sich der
Bootsektorvirus installiert, werden das Betriebssystem oder das Schutzprogramm
noch gar nicht ausgeführt. Bei einigen Betriebssystemen allerdings, die nicht
auf DOS beruhen, wird zwar der PC infiziert, kann sich der Virus jedoch nicht
auf Disketten kopieren, die danach eingelegt werden, und sich somit nicht
ausbreiten. Er kann jedoch nach wie vor Schaden anrichten, wie ein Unix-Anwender
erstaunt feststellen musste, als am 6. März überraschend der Michelangelo-Virus
zuschlug.
Die meisten Leute sind vollkommen überrascht, wenn sie
erfahren, dass sich ein Virus auf diese Art verbreitet, worin wohl auch der
Grund für die Häufigkeit der Bootsektorviren zu suchen
ist.
Companionviren: Wenn Sie eine COM- und eine EXE-Datei mit
demselben Dateinamen haben und diesen Dateinamen eingeben, führt DOS stets
vorzugsweise die COM-Datei aus. Companion-Viren nutzen diesen Umstand, und
erstellen für jede Ihrer EXE-Dateien eine gleichnamige (sozusagen begleitende)
COM-Datei. Wenn Sie dann versuchen, Ihr EXE-Programm auszuführen, wird statt
dessen das COM-Programm, also der Virus, ausgeführt. Wenn der Virus das, was er
tun sollte, abgeschlossen (und beispielsweise einen weiteren Companion-Virus für
eine weitere Datei erstellt) hat, startet er das EXE-Programm, damit alles ganz
normal zu funktionieren scheint.
Es gab ein paar recht erfolgreiche
Companion-Viren, aber nicht viele. Der Hauptvorteil für den Virenprogrammierer
besteht darin, dass die EXE-Datei überhaupt nicht verändert wird und einige der
änderungssensitiven Programme daher gar nicht bemerken, dass sich ein Virus
ausbreitet.
Eine andere Art des Companion-Virus ist der "Path-Companion"
oder Pfadbegleiter. Diese Art von Virus legt ein Programm in einem Verzeichnis
ab, das bei der Abarbeitung der PATH-Anweisung von DOS vor dem Pfad, in dem sich
die Opferdatei befindet, abgesucht wird. Wenn Sie ein Programm ausführen, das
sich nicht im aktuellen Unterverzeichnis befindet, sucht DOS dieses Programm in
mehreren Unterverzeichnissen, die in der PATH-Anweisung in Ihrer AUTOEXEC.BAT
festgelegt sind. Pfadbegleiter sind schwerer zu schreiben als gewöhnliche
Companion-Viren; daher gibt es auch nicht so
viele.
Dropper: Ein Dropper ist weder ein Virus noch ist es ein
mit einem Virus infiziertes Programm, aber wenn dieses Programm ausgeführt wird,
installiert es einen Virus im Speicher, auf der Festplatte oder in einer Datei.
Dropper wurden als geeignete Überträger für einen bestimmten Virus oder einfach
als Hilfsmittel zur Sabotage geschrieben. Einige Anti-Virus-Programme versuchen,
Dropper zu erkennen.
Hybridviren: Viren, die sowohl
Programmdateien als auch Boot-Sektoren infizieren.
Keime: Ein
Keim ist ein Virus der Generation Null, der in einer solchen Form vorliegt, dass
die Infektion nicht auf normale Weise stattgefunden haben kann, wie
beispielsweise bei einem Virus, der lediglich Dateien von mindestens 5 KB Umfang
infiziert und jetzt eine winzige Datei von 10 Byte infiziert hat. Als Keim wird
aber auch eine Viruskopie ohne Wirtsdatei betrachtet. Wenn Sie aus einer solchen
Datei den Viruscode entfernen, bleibt eine Datei von 0 Byte übrig. Bei dieser
zweiten Art von Keim handelt es sich also um die vom Virenprogrammierer
erstellte Originaldatei.
Killerprogramme: Killerprogramme sind
Viren, die beispielsweise nach einer gewissen Anzahl von Infektionen die
Festplatte des infizierten Rechners zerstören. Der Virus enthält dazu einen
Infektionszähler, der von einem festgelegten Wert ausgehend, nach unten zählt.
Ist dieser Zähler bei Null angekommen, wird die zerstörende Aktion ausgelöst. In
manchen Fällen ruft der Virus dann den Befehl FORMAT auf und bestätigt ihn.
Andere Viren lassen "nur" sämtliche Dateien auf einem Datenträger löschen. Die
unerfreulichste Variante dieser Viren ändert die Einträge in der FAT. Dabei sind
zwar alle Dateien noch wie vor auf der Festplatte vorhanden, der Datenbestand
ist allerdings nicht mehr les- und verwendbar.
Logische
Bomben: Logische Bomben sind eine besondere Art von Viren: Sie können
entweder durch eine Art von Zeitzünder ausgelöst werden, oder durch das Erfüllen
einer Bedingung, beispielsweise die Eingabe oder das Fehlen eines bestimmten
Wortes oder eines Benutzernamens. Diese Viren sind meistens auf ein
bestimmtes System beschränkt: Sie können sich normalerweise nur innerhalb eines
vorgegebenen Umfeldes reproduzieren und sind daher ausserhalb dieses Umfelds
meist wirkungslos.
Macro-Viren: Makroviren sind Viren, die
Datendateien infizieren. Sie werden typischerweise in Microsoft Word-Dokumenten
(.doc und .dot) gefunden. Sobald ein infiziertes Dokument geöffnet wird, wird
die Datei Normal.dot infiziert. Wird jetzt ein Dokument gespeichert/geöffnet,
wird dieses mit dem Virus infiziert. Macroviren ersetzen beispielsweise, den
"Speichern-Befehl" durch den
"Format-Befehl".
Netzwerk-Viren: Spezielle Netzwerk-Viren gibt
es bisher nur wenige, doch können sich die meisten Viren auch in Netzwerken
verbreiten. Die klassischen Netzwerk-Viren sind die sogenannten Würmer. Sie
verbreiten sich nicht als Anhängsel eines Programmes in Systemen, sondern können
ihren eigenen Code selbstständig reproduzieren und als eigenständiges Programm
ablaufen. Bis heute gibt es allerdings noch keine Viren, die sich in mehreren
Betriebssystemen verbreiten können. Viren sind von ihrer Konzeption her immer
auf die Schwachstellen eines Systems angewiesen. Da diese jedoch bei jedem
System an anderer Stelle sitzen und jedes System andere
Programmieranforderrungen stellt, wird es auch in absehbarer Zeit kaum Viren
geben, die beispielsweise auf MAC- und MS-DOS-Rechnern agieren
können.
Die meisten glauben, dass sich ein Virus, sobald er bis in ein
Netz vorgedrungen ist, sofort irgendwie rasend schnell über das gesamte Netzwerk
ausbreitet. Die Wahrheit ist jedoch weitaus komplizierter. Erstens können sich
Bootsektorviren nicht über Netzwerke ausbreiten, selbst wenn mehrere der
angeschlossenen Computer infiziert sind, denn diese Virenart verbreitet sich
über Disketten. Dateiviren dagegen breiten sich folgendermaßen über ein Netzwerk
aus:
1. Benutzer 1 infiziert seinen Computer, möglicherweise durch die
Demodiskette eines Vertreters. Der Virus wird speicherresistent.
2.
Benutzer 1 führt weitere Programme auf seiner Festplatte aus, die dadurch
ebenfalls infiziert werden.
3. Benutzer 1 führt ein paar Programme auf
dem Netzwerk aus, die dadurch ebenfalls infiziert werden. Ein Netzwerk emuliert
ein DOS-Gerät, d. h. Lesen und Schreiben in Dateien auf dem Server findet in
derselben Weise statt wie lokal. Der Virus muss sich also nicht anders als sonst
verhalten, um Dateien auf dem Server zu infizieren.
4. Benutzer 2 meldet
sich am Server an und führt eine infizierte Datei aus. Der Virus wird auf dem
Computer von Benutzer 2 speicherresistent.
5. Benutzer 2 führt mehrere
andere Programme auf seiner lokalen Festplatte und auf dem Server aus. Jede
ausgeführte Datei wird infiziert.
6. Benutzer 3, Benutzer 4 und Benutzer
5 melden sich an und führen infizierte Dateien aus.
7. Und so
weiter.
Polymorphe Viren: Die am häufigsten verwendete Art von
Anti-Virus-Programmen ist der Scanner, der nach einem Reportoire von Viren
sucht. Für den Virenprogrammierer ist dies das Produkt, das er am liebsten
täuschen würde. Ein polymorpher Virus ist ein Virus, von dem keine zwei Kopien
an irgendeiner Stelle gemeinsame Byte-Folgen enthalten. Daher kann ein solcher
Virus nicht einfach anhand einer bestimmten Byte-Folge erkannt werden, sondern
es muss eine wesentlich komplexere und schwierigere Aufgabe bewältigt werden, um
ihn ermitteln zu können.
Stealth- oder Tarnkappen-Viren: Wenn
ein Virus speicherresistent werden kann (was auf 99 % aller in der Computerwelt
auftretenden Viren zutrifft), dann kann er mindestens einen der Interrupts
abfangen. Wenn es sich um einen Bootsektorvirus handelt, dann missbraucht er den
Interrupt 13h (Lesen von/Schreiben auf Datenträger). Wenn es sich um einen
Stealth-Virus handelt und ein beliebiges Programm den Bootsektor zu lesen
versucht, sagt sich der Virus "Aha, da will einer den Bootsektor sehen. Ich
werde einfach dort, wo ich ihn abgelegt habe, den Original-Bootsektor lesen und
dann statt des infizierten Bootsektors den Inhalt des Originals präsentieren".
Dadurch fällt dem anfragenden Programm nichts Ungewöhnliches auf. Der
Brain-Virus, Baujahr 1986, war der erste Virus, der mit diesem Trick gearbeitet
hat. Dateiviren wie beispielsweise der Frodo-Virus können mit einem ähnlichen
Trick ebenfalls ihre Existenz so verbergen, dass jedes Programm, das die Datei
liest, nur die Bytes zu Gesicht bekommt, die vor der Virusinfektion darin
enthalten waren. Solche Tarnfähigkeiten sind jedoch häufiger bei Bootsektorviren
als bei Dateiviren zu beobachten, da es bei einem Bootsektorvirus viel einfacher
ist, eine Tarnroutine zu programmieren.
Trojanische
Pferde: Trojanische Pferde sind streng genommen keine Viren, da es sich
dabei nicht um Programme handelt, die sich selbst reproduzieren und ausführen
können. Meist dienen nützliche Hilfsprogramme oder Informations-Disketten als
Tarnung, oft verbunden mit der Einladung, die Dateien kostenlos zu kopieren und
weiterzugeben. Die versteckten Schädlinge werden erst wirksam, wenn der Anwender
das Programm aufruft, in dem sie verborgen sind. Eines der bekanntesten
Trojanischen Pferde ist als Diskette mit wichtigem Informationsmaterial zum
Thema AIDS getarnt. Diese "AIDS-Informationsdiskette" wurde aus Panama kostenlos
an Teilnehmer eines Fachkongresses
verschickt.
TSR-Dateiviren: Die zweithäufigste Art von Viren
ist der TSR-Dateivirus. Wie der Name schon sagt, werden von Viren dieser Art
Dateien befallen. Dabei handelt es sich in der Regel um COM- und EXE-Dateien; es
gibt aber auch ein paar Gerätetreiberviren, und einige Viren infizieren
Überlagerungsdateien, außerdem müssen ausführbare Programme nicht unbedingt die
Namenserweiterung COM oder EXE haben, obwohl dies in 99 % der Fälle
zutrifft.
Damit sich ein TSR-Virus verbreiten kann, muss jemand ein
infiziertes Programm ausführen. Der Virus wird speicherresistent, und prüft in
der Regel jedes nach ihm ausgeführte Programm, um es ebenfalls zu infizieren,
falls es noch nicht infiziert ist. Einige Viren werden als "schnell infizierende
Viren" bezeichnet. Solche Viren infizieren eine Datei bereits, wenn Sie diese
nur öffnen (zum Beispiel wird bei einer Datensicherung unter Umständen jede auf
einem Laufwerk enthaltene Datei geöffnet). Der erste schnell infizierende Virus
war Dark Avenger. Die Infektionsroutine des Green Caterpillar dagegen wird durch
jeden Vorgang ausgelöst, mit dem bestimmt wird, welche Dateien vorhanden sind
(z. B. durch den DIR-Befehl). Es wurden auch noch andere Infektionsauslöser
verwendet, aber in den meisten Fällen wird ein Programm infiziert, sobald es
ausgeführt wird.
Update-Viren: Update-Viren sind eine besonders
ausgeklügelte Virenart. Sie sind nach Familien gegliedert und werden meist von
einem einzigen Programmierer oder einer Gruppe entwickelt. Neben ihrem
Hex-Pattern enthalten diese Viren nicht nur eine Versionsnummer, sondern auch
eine Update-Routine, die überprüft, ob der Virus bereits in einer Version
vertreten ist. Aber damit nicht genug: Die Routine untersucht ausserdem, ob die
Datei bereits eine ältere Version des Virus enthält. Ist das der Fall, wird
diese ersetzt. Ist eine neuere Version installiert, wird diese nicht noch einmal
infiziert.
Würmer: Computerwürmer sind Programme, die sich
selbstständig in einem Netzwerk verbreiten können. Es handelt sich dabei nicht
um klassische Viren, sondern um damit verwandte Störprogramme, die jedoch auch
Viren enthalten können. Würmer sind eigenständige Programme, die keine
Wirtsprogramme benötigen, um sich daran anzuhängen. Meist bestehen sie aus
mehreren Programmsegmenten, die miteinander in Verbindung stehen. Computerwürmer
können sich selbst reproduzieren und sich zu dem mit Hilfe von
Netzwerkfunktionen auf andere Rechner
kopieren.
Zeitzünder: Zeitzünder sind spezielle
Auslösemechanismen für Viren. Eine Routine fragt hier innerhalb eines
Virusprogramms die Systemzeit ab. Wird ein festgelegter Wert erreicht, löst
dieses die Ausführung des Aktionsteiles des Virus aus. Bei der Bedingung kann es
sich um eine Zeitspanne nach dem einschalten handeln, oder um ein festgelegtes
Datum. Theoretisch ist es so z.B. möglich, jemandem einen Geburtstagsgruß zu
schicken, der am bewussten Tag automatisch aufgerufen wird. Neben Kalenderdaten
lässt sich auch eine Routine einsetzen, die jeden Tag um die selbe Uhrzeit
gestartet wird. Die Auswahl an Bedingungen für Zeitzünder ist beinahe unbegrenzt
- "Trigger Days" sind zumindest jene Tage, an denen in der Vergangenheit
bestimmte Virentypen zugeschlagen haben.
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Ansteckung: Als Ansteckung
bezeichnet man in der Medizin den Vorgang, bei dem ein Krankheitserreger
übertragen wird. Da sich Computerviren ähnlich wie biologische Viren verhalten,
wird in Analogie auch hier der Übertragungsprozess Ansteckung genannt. Dabei
wird über einen Virenträger, meist eine Diskette, der Virus auf einen anderen
potentiellen Virenträger, wie eine Festplatte, übertragen. Dies geschieht
entweder durch den Aufruf eines verseuchten Programms oder eine verseuchten
Bootroutine der Diskette.
Aufbau eines Virus: Jeder Virus
besteht aus drei, meist vier Programmteilen: Beim ersten Teil handelt es
sich um eine Art Kennung, das Hex-Pattern, durch das der Virus sich selbst
erkennen kann. Mit seiner Hilfe kann ein Virus jederzeit überprüfen, ob eine
Datei bereits infiziert ist. Der zweite Teil enthält die eigentliche
Infektionsroutine. Hierbei handelt es sich zuerst um eine Routine, die nach
einer nicht infizierten, ausführbaren Datei sucht. Ist eine solche Datei
gefunden, kopiert der Virus seinen Programmcode in die Datei. Ausserdem befindet
sich in diesem Teil auch der Programmcode, der bei Bedarf die Datei so umbaut,
dass der Virus sofort bei Aufruf des Programms sofort aktiv werden kann. Auch
die Routine für einen eventuellen Tarnmechanismus befindet sich hier. Der
dritte Teil entscheidet darüber, ob es sich um einen harmlosen Virus handelt,
der nur einen kleinen Scherz macht, oder um einen destruktiven Typ, der eine
mittlere oder größere Katastrophe auslöst. Im harmlosen Fall steht hier die
Anweisung, dass der Virus am Tag X ein Bild auf den Monitor zeichnet oder einen
bestimmten Text ausgeben soll. Hier kann sich aber auch der Befehl befinden:
"formatiere nach dem x-ten Neustart die Festplatte." Mit dem vierten Teil
schließt sich der Kreis. Hier befindet sich der Befehl mit dem das Programm nach
Ausführung des Virencodes wieder zu der Stelle zurückkehrt, an der der Virus den
Programmablauf unterbrochen hat.
Bug: Nicht jeder Fehler, der
während der Arbeit am Computer auftritt, ist auf einen Virus zurückzuführen. In
den meisten Fällen handelt es sich um Mängel in der Software. Trotzdem sollten
Sie vorsichtig sein: Stellen sich plötzlich Fehler ein, die unter den selben
Bedingungen bisher nicht auftraten, sollten Sie einen Virencheck
durchführen.
Cohen, Fred: Fred Cohen von der Universität
Südkalifornien programmierte 1983 den ersten offiziell bekannt gewordenen Virus.
Er entwickelte für seine Doktorarbeit die Theorie des sich selbst
reproduzierenden Programms und trat zugleich den Beweis dafür an. Der von ihm
programmierte Virus lief unter dem Betriebssystem UNIX. Er bewirkte, dass jeder
Benutzer des Systems sämtliche Zugriffsrechte erhielt.
Defekte
Cluster: Viren haben zumeist Tarnmechanismen, die sie vor Entdeckung
schützen sollen. Einer dieser Mechanismen verhindert etwa, dass der Anwender den
von Virus belegten Speicherplatz entdeckt. Dazu setzt sich der Virus auf dem
Datenträger an einer beliebigen Stelle fest und markiert den belegten Cluster
(die Speichereinheit) als defekt. Die meisten Anwendungsprogramme (also auch
Virenscanner) übergehen defekte Cluster einfach oder melden lediglich den Defekt
und zeichnen den noch verbleibenden Restspeicher an.
Fat: Die
File Allocation Table (FAT) oder Dateizuordnungstabelle ist eine Art Notizbuch
des Systems, indem sich ein Eintrag für jeden Cluster befindet. Je nach Status
des Clusters ist hier ein Zeiger auf den nächsten Cluster einer Datei, auf eine
Ende-Kennung oder auf die Meldung "defekt" oder "frei" verzeichnet. Das macht
sie zu einem der beliebtesten Angriffspunkte: Der Virus kann hier den Zeiger auf
den nächsten Cluster einer Datei durch den Zeiger auf seinen eigenen
Programmcode ersetzen. Wird eine solche Datei aufgerufen, aktiviert dies den
Virus.
Grafikkarten: Grafikkarten stehen oft als Überträger in
Verdacht. Die Viren sollen sich dabei im Viedeospeicher der Grafikkarte
einnisten. Tatsächlich ist dies unmöglich: Der Videospeicher einer Grafikkarte
ist nicht bootfähig, es werden hier nur Daten abgelegt. Ein Virus kann daher
nicht direkt vom Speicher der Grafikkarte aus in den ausführbaren Speicher des
Rechners gelangen. Der Speicher einer Grafikkarte kann vom Virus höchstens zum
Ablegen einer Kennung verwendet werden.
Hex-Pattern: Jeder
Virus besitzt ein charakteristisches Bitmuster, das Hex-Pattern. Es besteht aus
einer 10 bis 16 Bytes langen Kette von hexadezimalen Zeichen (manchmal Wörter
wie z.B. "Gotcha!") und dient dem Virus dazu, zu erkennen, ob eine Datei bereits
infiziert ist. Ist dieses Hex-Pattern bekannt, lässt es sich dazu nutzen, auf
einem Datenträger nach einem bestimmten Virus zu suchen. Problematisch wird die
Suche erst bei den sich selbst verschlüsselnden
Viren.
Infektionsteil: Jeder Virus besteht aus mehreren Teilen.
Der erste Teil etwa, dient zur Selbsterkennung und enthält meist das oben
genannte Hex-Pattern, durch das der Virus erkennen kann, ob die Datei bereits
infiziert ist oder nicht. Der zweite Teil wird als Infektions- oder Kopierteil
bezeichnet und enthält sämtliche Anweisungen, die der Virus benötigt, um sich in
Dateien auszubreiten. Je nachdem, zu welchem Zweck dieser Teil programmiert ist,
vermehrt sich der Virus schnell oder eher langsam. Auch ein vom Urheber
harmlos gedachter Ulk-Virus kann großen Schaden anrichten, wenn der Kopierteil
so programmiert ist, dass die vorhandenen Dateien ganz oder teilweise
überschrieben werden.
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Trojaner
(trojanische Pferde) - Detailerklärung:
Bekannte und beliebte Trojaner wie z.B. Sub7, Netbus oder Back Orifice
bestehen meistens aus drei Teilen:
- die Datei (Server), die auf den zu
kontrollierenden PC installiert wird. Mit dieser Datei kann der Angreifer den PC
steuern
- ein Konfigurationstool um die Serverdatei konfigurieren zu
können
- einen Client, der dann den Zugriff auf die Serverdatei (also
den infizierten PC) herstellt. Mit dem Client kann man den angegriffenen PC
steuern.
die
Datei (Server) Meistens wird die Datei per Mail verschickt.
Bekommen Sie so eine Mail, dann sehen Sie als Attachment meistens eine ausführbare
Datei (EXE oder COM) dabei. Starten Sie nun diese Datei, weil Sie glauben, es ist ein
Programm,
dann installiert sich der Trojaner auf Ihrem PC. Oft erhältt man als Ablenkung
eine Systemmeldung, dass die Datei nicht ausgeführt werden konnte. Sie wurde
aber sehr wohl installiert und läuft ab jetzt im Hintergrund immer mit. Jedesmal
wenn Sie Ihren PC ab jetzt starten, ist sie im Hauptspeicher und wartet nur darauf, dass
ein Client auf sie zugreift.
ein Konfigurationstool Dieses Tool braucht man, um
die Serverdatei zu konfigurieren, dh. um gewisse Einstellungen vorzunehmen. Man
kann hier einstellen, wie sich der Server dann starten soll, oder welchen Port
man für den Zugriff vorsieht.
einen Client Mit dem Client greift man
dann auf Ihren Computer zu. Somit ist es möglich, mit dem Clientprogramm
(verwendet der Absender, der Ihnen den Trojaner untergejubelt hat) auf den Server (das
Programm, das bei Ihnen im Hintergrund läuft) zuzugreifen.
Es gibt aber
noch unzählige andere Arten von Trojanern, es kann genauso möglich sein, dass es
nur ein Programm ist, welches wichtige Daten auf Ihrem PC sammelt und dann per
Mail an eine bestimmte Adresse schickt. Oft laufen diese Trojaner monatelang,
ohne dass man sie bemerkst, sie starten z.b. nur, wenn man sich ins Internet
einwählst.
Was kann ein Trojaner so alles anrichten?
Tja, das
kommt immer darauf an, was derjenige, von dem man ihn hat, anrichten
will..... Will er nur ein paar Informationen von Ihnen, dann wird Ihnen weiter nichts
passieren. Will er Leute aber verärgern und "foppen", dann wird er einen Trojaner verwenden,
mit dem er gewisse Funktionen auf Ihrem PC steuern kann. Das beginnt beim
Öffnen des CD-Rom-Laufwerkes, geht über das Mitlesen Ihrer Tastatureingaben
und endet beim Löschen von Dateien oder sogar Ihrer gesamten Festplatte.
Wie kann
jemand auf Ihren PC zugreifen?
Also wenn er es geschafft hat, den Server
unterzujubeln (siehe oben), dann braucht er noch Ihre IP-Adresse. Eine IP-Adresse ist eine
Zahlenkombination, die Ihren PC im Internet identifiziert, Man erhält diese
Adresse vom Provider zugewiesen, wenn man sich ins Internet
einwählt. Verwendet man einen guten Trojaner, so kann man den Server per
Mail verschicken. Ist dieser dann am anderen PC installiert, meldet der Server
die aktuelle IP-Adresse an den Absender.
Viele österreichische ISP
(Internet Service Provider = das Unternehmen das den Internetzugang zur
Verfügung stellt) bieten ihren Kunden sogenannte statische IP-Adressen (CHELLO
oder bei verschiedenen ADSL-Anbietern). Das hat zwar den Vorteil, dass man
schnell seinen eigenen Internetserver betreiben kann, bringt aber mit sich, dass
sich die IP niemals ändert. So kann, wenn jemand Ihre statische IP weiss,
dieser noch viel leichter mittels einem Trojaner auf Ihrem PC Unfug
machen.
Was wird denn gerne verwendet?
Zu den bekanntesten
Trojanern gehören sicher heute Sub7, Netbus und BOK2000 (Back Orifice). Diese
sind so leicht zu bedienen und konfigurieren, dass man daher sogar als Laie sie
verwenden kann.
Wie gesagt, im Internet gibt es hunderte Seiten wo man
sich so einen Trojaner runterladen kann, man findet dort auch Anweisungen, wie
man ihn konfiguriert und verschickt.
Eigentlich ist ja so ein
Trojanisches Pferd die ideale Erfindung, um einen PC über eine Telefonleitung zu
steuern, das heisst: eigentlich waren diese Tools für die Fernwartung von EDV-Systemen
vorgesehen. Dass sie etwas zweckentfremdet wurden, liegt wohl in den
Abgründen der menschlichen Psyche verborgen.......
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